Behördenbericht zum Budget 2026

Die Gemeinde Bäretswil plant für das Jahr 2026 bei einem um 2% gesenkten Steuerfuss von 104% einen Ertragsüberschuss von Fr. 472'425 dank dem höheren Ressourcenausgleich aufgrund der stark gestiegenen kantonalen Steuerkraft im Jahr 2024. Da der mittelfristige Ausgleich 2022-2029 mit Fr. +10.2 Mio. übertroffen wird und sich die Bauvorhaben Schulanlage Dorf und Gemeindehaus noch nicht konkretisiert haben, kann der Steuerfuss um 2% gesenkt werden.

Hochrechnung für 2025 besser als budgetiert
Für das laufende Jahr 2025 wurde ein Aufwandüberschuss von Fr. 204'088 budgetiert. Gemäss der Hochrechnung vom August 2025 wird nun mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 1'093'845 gerechnet, was gegenüber dem Budget eine Verbesserung um Fr. 1'297'933 ist. Auf der Ertragsseite wird mit höheren Gemeindesteuern (+399'000) und höheren Grundstückgewinnsteuern (+300'000) gerechnet. Auf der Aufwandseite fallen die Nettokosten des Asylwesens dank höheren Kantonsbeiträgen als geplant und einer höheren Erwerbsquote tiefer aus (+494'011). Auch die Nettokosten der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe nehmen ab (+93'120). Andererseits müssen höhere Ergänzungsleitungen zur Invalidenversicherung ausgerichtet werden (netto -62'803) und eine zusätzliche Schulklasse führt zu Mehrkosten in der Sekundarschule (-132'125).


Budget 2026 mit geplantem Ertragsüberschuss
Die Hochrechnung 2025 bildete auch die Grundlage für das Budget 2026. Das Budget 2026 der Erfolgsrechnung rechnet bei einem Gesamtaufwand von Fr. 35.260 Mio. und einem Gesamtertrag von Fr. 35.732 Mio. trotz einem um 2% gesenkten Steuersatz von 104 Prozent noch mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 472'425.

Auf der Ertragsseite geht das Budget 2026 trotz einem um 2 % reduzierten Steuersatz von 104% dank der steigenden Steuerkraft von höheren Einkommens- und Vermögenssteuern von natürlichen Personen als im Budget 2025 aus. Über alle allgemeinen Gemeindesteuern wurde eine Zunahme um Fr. 260'000 oder 1.9% angenommen. Die Schätzung der Grundstück-gewinnsteuererträge wurde unverändert auf Fr. 1.7 Mio. belassen. Der Ressourcenausgleich nimmt um 8.1% auf Fr. 9.609 Mio. zu wegen dem stärkeren Anstieg des kantonalen Mittels der Steuerkraft als in der Gemeinde Bäretswil im dafür massgebenden Jahr 2024.

Bei der Schule führt im Kindergarten die Schliessung einer Klasse im Kindergarten Oberdorf ab dem Schuljahr 2025/26 zu einer Reduktion der Personalkosten für kantonal angestellte Kindergärtnerinnen, während in der Oberstufe eine zusätzliche Klasse ab dem Schuljahr 2025/26 zu einem entsprechend höheren Personalaufwand führt. Zudem müssen wegen mehr Mittelschüler/innen höhere Beiträge an kantonale Mittelschulen bezahlt werden. In der Sonderschulung nehmen die Beiträge an den Kanton wegen mehr Fällen in externen Sonderschulen zu.

Bei der Pflegefinanzierung gibt es aufgrund der aktuellen Hochrechnung 2025 bei der ambulanten Pflege durch den Spitex-Verein und der Pflegewohnung des Spitex-Vereins deutliche Aufwandsteigerungen. Die Kosten durch nicht beauftrage Spitex-Organisationen und auswärtige Heime sind hingegen rückläufig.

Der vom Regierungsrat des Kantons Zürich beschlossene generelle Teuerungsausgleich von 0.2% per 01.01.2026 führt beim kommunal angestellten Personal und bei den kantonal angestellten Lehrpersonen zu Mehrkosten. Für die allgemeinen Stufenanstiege und individuellen Lohnanpassungen wurden für 2026 wieder 1.0% der Lohnsumme vorgesehen.

In der Investitionsrechnung sind Projekte im Gesamtbetrag von netto Fr. 10.081 Mio. eingestellt. Die grössten Teilbeträge im Jahr 2026 sind Fr. 5'300'000 für den Ersatzbau der Turnhalle Adetswil inkl. Aula und Blockzeitenraum, Fr. 2'255'000 für die Kapitalerhöhung der GZO AG für das Spital Wetzikon und Fr. 633'000 für die Aufbahrungshalle und das Materiallager im Friedhof. Für die Sanierung der Rainstrasse sind Fr. 490'000 (davon Strassenbelag Fr. 270'000 und Ersatz Wasserleitung Fr. 220'000) und für den Ersatz der Wasserleitung in der Hittnauerstrasse Fr. 200'000 geplant, während für den Ersatz eines Kommunalfahrzeuges Fr. 250'000 budgetiert wurden.


Finanzplan 2026-30 mit hohem Finanzierungsbedarf wegen grossem Investitionsvolumen
Mit dem Finanzplan 2026-30 wurde die mittelfristige finanzielle Entwicklung der Gemeinde geplant und die Einhaltung der drei vom Gemeinderat festgelegten finanziellen Ziele überprüft. Die jährlichen Resultate würden dank der steigenden Steuererträge und vor
allem dank dem steigenden Ressourcenausgleich aufgrund der stark gestiegenen kantonalen Steuerkraft weiterhin positiv bleiben. Dies trotz den weiter ansteigenden Kosten im Gesundheits- und Bildungsbereich sowie den steigenden Abschreibungen durch die hohen Investitionen. So wird trotz der Steuerfusssenkung um 2 % auf 104% ab dem Jahr 2026 das Ziel des mittelfristigen Ausgleichs der Jahresresultate 2022-29 mit Fr. +10.2 Mio. deutlich übertroffen. Das noch vorhandene Nettovermögen pro Einwohner/in würde sich ab 2027 in eine Nettoschuld umkehren. Das Ziel einer maximalen Nettoschuld von Fr. -1‘000 pro Einwohner/in wird mit einem Minimum von Fr. -133 pro Einwohner/in im Jahr 2028 noch gut eingehalten. Ab etwa dem Jahr 2031 ist mit dem Bau der grossen Investitionen in der Schulanlage Dorf und dem Gemeindehaus aber wieder mit einer ansteigenden Verschuldung zu rechnen, sodass die Schuldengrenze zuvor noch nicht ausgeschöpft werden soll.

Um die hohen, vor allem ab 2026 geplanten Investitionen (Ersatz Turnhalle Adetswil, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung), zu einem höheren Anteil selber finanzieren zu können, soll der Steuerfuss nicht noch stärker gesenkt werden, als dies der hohe mittelfristige Ausgleich von Fr. +10.2 Mio. eigentlich erlauben würde. Weiteres Eigenkapital für die Finanzierung der Bauprojekte Schulanlage Dorf und Gemeindehaus soll hingegen erst aufgebaut werden, wenn diese Projekte in einem konkreteren Planungsstand sind.